Pflege was kostet Sie

Herr Schmid

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Chancen und Grenzen ambulanter Pflege Vortrag von Herrn Reinhardt Schmid, Geschäftsführer der Diakoniestation Freudenstadt
 
Pflege was kostet Sie
Chancen und Grenzen ambulanter Pflege

Unter diesem Thema referierte am Dienstag, 05. Juli 2005 Herr Reinhardt Schmid, Geschäftsführer der Diakoniestation Freudenstadt im ev. Gemeindehaus Wittlensweiler.

Der Vortrag war ein voller Erfolg. Die Zuhörer waren begeistert und gingen sicher mit wertvollen Hinweisen und Tips zum Thema Pflege nach Hause.

Nachdem sich der Staat immer mehr aus seiner Verantwortung für die Hilfebedürftigen Menschen zurückzieht erhöht sich der Druck auf die Kirchen und bürgerlichen Gemeinden. Pflege wird immer mehr zu einem Kosten- und Risikofaktor in unserer heutigen Zeit.

Unser gesamtes Leben ist eine Vorbereitung auf nachfolgende Lebensphasen. Von der Geburt ins Jugendliche, dann ins Erwachsenenalter und schließlich in den Bereich des letzten Lebensabschnittes bis zum Tod.
Wenn man bis ins hohe Alter gesund und rüstig bleiben kann und nicht auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist, dann ist dies ein Glücksfall. Aber nicht alle Menschen haben dieses Glück. Viele sind auf Hilfe angewiesen und wenn es möglich ist, dann möchte man seinen Lebensabend in seiner gewohnten Umgebung, also zu hause genießen.
Diese Möglichkeit bietet grundsätzlich die Diakoniestation. Hier kommt die Hilfe zu ihnen nach Hause. Die Schwestern und Pfleger die zu ihnen kommen sind ihre Gäste und ihre Wünsche und ihr Wille muss von dem Pflegepersonal so gut als möglich akzeptiert werden.
Es werden verschiedene Dinge angeboten je nach Notwendigkeit und Wunsch des zu Pflegenden und seiner Angehörigen.
Handelt es sich nicht um Dinge im Bereich der Pflege, wird auch eine Nachbarschaftshilfe offeriert, die sich um Angelegenheit des täglichen Lebens kümmert.
Im Programm der Diakoniestation befindet sich auch eine Pallativpflege, die die letzte Lebensphase erträglicher machen soll und auch die Möglichkeit bietet, dass der Betroffene Zuhause sterben kann. Hierzu wird auch ein enger Kontakt mit den Hospizgruppen im Kreis gepflegt.
Vieles ist also zu Hause möglich.

Herr Schmid geht aber auch auf die Grenzen der ambulanten Pflege ein. So ist der Patient die größte Zeit des Tages allein. Die Pflegekraft kommt eine bestimmte Zeit, aber der Rest des Tages kümmert sich niemand um den Pflegenden.

Die Krankenkassen sind bei Pflegemaßnahmen sehr zurückhaltend in ihren Zahlungen, das heißt, sofern die Pflegekassen nicht einspringen muss der Patient manche Kosten selber tragen.

Viele Menschen machen sich über das Alter gar keine Gedanken. Es wird immer vor sich her geschoben. Und so trifft eine eintretende Pflege die Patienten oft unvorbereitet. Man ist nicht gewohnt, dass man auf die Hilfe von fremden Personen angewiesen ist und empfindet es als lästig und unangenehm. Dann wird man oft unzufrieden und undankbar und man kann seine Grenzen nicht akzeptieren. Damit kann man aber oft auch sein Leben nicht mehr so beenden, wie man es sich erwünscht hat, nämlich würdevoll und in Harmonie.
Aus diesem Grund ist es notwendig, sich frühzeitig mit diesem Problem auseinanderzusetzen und evtl. auch rechtzeitig fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Je früher man dies macht um so besser kann man in die neue Situation hineinwachsen.
Je rechtzeitiger man u.U. fremde Hilfe anfordert, um so leichter fällt es einem.

Die Grenze der ambulanten Pflege ist aber auch oft die eigene Wohnung. Angefangenen von Treppen steigen bis zum Zugang zu Bad oder WC und dem eigenen Bett. Hier können Probleme auftauchen, an die man oft gar nicht denkt. Aber auch hier gibt es heute oft viele Hilfsmittel, die rechtzeitig und richtig eingesetzt das Leben erträglicher machen können.

Herr Schmid geht in seinen Ausführungen dann auch auf die Kosten der Ambulanten Pflege mit Hilfe eines Beispiels ein.
Die zu erhebenden Preise für die einzelnen Leistungen der Diakoniestation sind gesetzlich vorgegeben und die Station kann hiervon nicht abweichen.
Ein Teil der Rechnung kann u.U. über die Pflegekassen abgedeckt werden, vorausgesetzt der Patient wird in eine entsprechende Pflegestufe eingestuft.

Sollte der Fall auftreten, dass eine ambulante Pflege nicht mehr machbar ist und der Patient in ein Heim müssen, dann stehen Kosten im Bereich zwischen 2.000 und 3.600 Euro monatlich im Raum. Von diesen Kosten kann ein Teil über die Pflegeversicherung abgedeckt werden, für die übersteigenden Kosten muss aber der Pflegende oder seine Angehörigen selber eintreten. Hier gab es in der Vergangenheit verschiedene Urteile insbesondere den Unterhalt der Kinder betreffend. Es gibt gewisse Freibeträge, die berücksichtigt werden und die dem Betroffenen bleiben. Hier muss aber jeder Einzelfall untersucht werden.
Herr Schmid weist aber auch daraufhin, dass viele Menschen für ihr Alter sparen und wenn dann das Alter eingetreten ist, dann will man möglichst das gesamte Ersparte den Kindern oder Angehörigen hinterlassen. Dies kann nicht sein. Wenn Vermögen vorhanden ist, dann sollte es auch für ein Sterben in Würde verwendet werden.


Ein Teil der Besucher

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