
Dr. Hüllemann
Krankheit und Herausforderung
Vortrag von Herrn Dr. Manfred Hüllemann am 10. März 2006 im ev. Gemeindehaus Wittlensweiler
Herr Hüllemann stellt zunächst das Krankheitsbild vor und geht auf den Krankheitsverlauf ein.
Zunächst beginnt es mit Gedächtnisschwächen geht über zu Gefühlsstörungen und das Ultrakurzgedächtnis wird geschädigt. Anhand eines Beispiels verdeutlicht Herr Dr. Hüllemann den Krankheitsverlauf, indem er auf die Spracherlernung bei den Menschen eingeht. Als Kind lernt man seine Muttersprache, in unserem Bereich vermischt mit Schwäbisch, dann wird das Hochdeutsch erlernt und schließlich Fremdsprachen. Bei einer Demenzerkrankung ist es nun so, dass zunächst das zuletzt gelernte vergessen wird, in diesem Fall die Fremdsprachen und sich der Gedächtnisverlust schließlich immer weiter abbaut.
Mit dem Gedächtnisverlust geht auch der Verlust der Lernfähigkeit einher. wobei aber dieselbe im Alter auch ohne Demenzerkrankung abnimmt. Einem älteren Menschen fällt es schwerer neue Dinge zu erlernen.
Weiter lässt die Konzentrationsfähigkeit sowie die Fähigkeit zur Planung eines Tagesablaufs nach. Es kann zu gefühlsmäßigen Defiziten kommen, dass der Betroffene nicht mehr zwischen Freude und Trauer unterscheiden bzw. die Gefühle zuordnen kann.
Allerdings, so Dr. Hüllemann, ist es oft nicht einfach zwischen Altersbedingtem Abbau und Demenz zu unterscheiden.
Interessant und passend zum Thema weist Herr Dr. Hüllemann darauf hin, dass sich in diesem Jahr im November die Entdeckung der Alzheimer Krankheit durch den Arzt Alois Alzheimer zum 100sten mal jährt. Am Krankheitsbild einer 56 jährigen Frau gelang es Dr. Alzheimer nach deren Tod festzustellen, dass es sich bei dieser Krankheit um eine Gehirnschrumpfung mit einer Faserbildung am Gehirn handelt, die aber definitiv eigentlich erst mit dem Tod der kranken Person festgestellt werden kann.
Die Ursachen für Demenzerkrankungen sind sehr vielschichtig von zu hohem Blutdruck, über Fettwechselstörungen, Vergiftungen und Schädel- Hirnverletzungen ist es ein breites Spektrum.
Eine Vorbeugung im üblichen Sinn gibt es im Grunde nur durch eine gesunde Lebensweise und durchaus sinnvoll auch ein Gehirntraining im Alter. Als sehr wichtig in allen Lebenslagen betont Herr Dr. Hüllemann aber die ausreichende Flüssigkeitszufuhr für den Körper.
Herr Dr. Hüllemann gibt weiter Tips für den Umgang mit Demenzkranken. Er weist auch daraufhin, dass eine Selbstaufopferung der pflegenden Angehörigen nicht sinnvoll ist. Wo fremde Hilfe notwendig ist soll diese auch in Anspruch genommen werden.
Auch eine Heimunterbringung kann eine sinnvolle Lösung sein. Allerdings so kann man auch aus den Diskussionsbeiträgen heraushören, sollten Heimplätze dringend kontrolliert und überprüft werden um einen menschenwürdigen Umgang mit den Kranken Menschen zu gewährleisten.